Radikalität

Indiskret.

Auf dem direkten Weg.

Ohne Vorankündigung.

Keine Anzeichen.

Unerwartet.

Brutal.

Ohne Rücksicht auf Verluste.

Mit voller Wucht.

Machtlos.

Schockierend.

Radikal.

Die Geschichte vom kleinen Elefanten

Es kam einmal ein Besucher an einen Ort, an dem ein riesiger Elefant an einen winzigen Holzpflock angebunden stand. Der Mann fragte den Wärter des Elefanten interessiert: „Wieso steht der Elefant so demütig an diesem kleinen Pflock? Er könnte den doch mühelos herausziehen und weglaufen.“ Der Wärter lächelte und sagte: „Ich habe ihn angebunden, als er noch ganz klein war. Was meinen Sie, wie er damals daran gezogen hat! Doch zu der Zeit war der Pflock stärker als er. Er hat aufgegeben und vergessen, wie groß und stark er inzwischen geworden ist.“

Aus: „Wer A sagt muss noch lange nicht B sagen“ von Eckhard Roediger

Antirealismus

Es gibt Dinge nicht in der Weise, wie wir es vom gesunden Menschenverstand her meinen. Sie sind surreal und von uns konstruiert (siehe „Konstruktivismus“).

aus: Vorlesung zur Metaphysik von Paul Hoyningen

Empiristisches Sinnkriterium

Ein Ding kann von einem Wahrnehmenden nicht objektiv wahrgenommen werden. Es fließt immer seine Bewertung mit rein. Da die Anbindung an die Welt nur über Sinneswahrnehmung passieren kann, fehlt der Bezug zur empiristischen Wirklichkeit und somit haben die daraus resultierenden Sätze keinen Sinn.

aus: Vorlesung zur Metaphysik von Paul Hoyningen

Gottes Kaufladen

In einem fernen Land spazierte ein Wanderer durch eine Stadt und kam an einen Laden mit dem Türschild:

„Hier gibt es die Gaben Gottes“

Der Wanderer trat ein und sah hinter dem Ladentisch einen alten Mann, den er fragte: „Was verkaufen Sie?“ „Alle Gaben Gottes.“ „Sind sie teuer?“ „Nein, die Gaben Gottes sind umsonst.“

Erstaunt sah sich der Wanderer im Laden um und entdeckte Regale voller Tröge, gefüllt mit Liebe, Vasen mit Mut, Gläser mit Freude, Gefäße mit Glauben, Flaschen mit Hoffnung, Pakete mit Frieden, Kisten voller Freundschaft.

Die Augen des Wanderers glänzten vor Freude über diesen Reichtum. „So gebt mir recht viel von Gottes Liebe, allen Frieden und auch Freude. Hoffnung, Glaube, Trost, so viel Sie entbehren können, und jede Menge Freundschaft.“

Der Alte überreichte dem Wanderer ein Päckchen, welches in die hohle Hand passte. „Das kann doch unmöglich alles sein?“

„Doch“, sagte der Alte. „Das ist alles. Im Laden Gottes kann man keine reifen Früchte kaufen, sondern nur kleine Samen, die gehegt und gepflegt sein wollen und langsam wachsen.“

– Aus „UR – das wahre Ziel“, Heft 36