Gottes Kaufladen

In einem fernen Land spazierte ein Wanderer durch eine Stadt und kam an einen Laden mit dem Türschild:

„Hier gibt es die Gaben Gottes“

Der Wanderer trat ein und sah hinter dem Ladentisch einen alten Mann, den er fragte: „Was verkaufen Sie?“ „Alle Gaben Gottes.“ „Sind sie teuer?“ „Nein, die Gaben Gottes sind umsonst.“

Erstaunt sah sich der Wanderer im Laden um und entdeckte Regale voller Tröge, gefüllt mit Liebe, Vasen mit Mut, Gläser mit Freude, Gefäße mit Glauben, Flaschen mit Hoffnung, Pakete mit Frieden, Kisten voller Freundschaft.

Die Augen des Wanderers glänzten vor Freude über diesen Reichtum. „So gebt mir recht viel von Gottes Liebe, allen Frieden und auch Freude. Hoffnung, Glaube, Trost, so viel Sie entbehren können, und jede Menge Freundschaft.“

Der Alte überreichte dem Wanderer ein Päckchen, welches in die hohle Hand passte. „Das kann doch unmöglich alles sein?“

„Doch“, sagte der Alte. „Das ist alles. Im Laden Gottes kann man keine reifen Früchte kaufen, sondern nur kleine Samen, die gehegt und gepflegt sein wollen und langsam wachsen.“

– Aus „UR – das wahre Ziel“, Heft 36

Abhängige Freiheit

Was heißt gebunden sein?

Meint es frei sein?

Ist es eins sein mit sich selbst und dem anderen?

Bedeutet Abhängigkeit gleich Verlustschmerz und Abschied nehmen?

Oder kann es auch ein Gefühl von Geborgenheit und zu Hause sein implizieren?

Abhängige Freiheit – ein Widerspruch in sich selbst oder unumgänglich?

Warum?

Leben wir, so leben wir dem HERRN; sterben wir, so sterben wir dem HERRN. Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des HERRN […]

Römer 14,8

Warum?

Warum bedeutet Leben zeitgleich zu sterben?

Warum heißt geboren werden wieder zu gehen?

Warum sind wir alle nichtig und klein?

Warum verstehen wir das nicht, wenn es doch normal sein soll?

Warum stelle ich mir diese Fragen und kann nicht einfach akzeptieren „Warum?“?

04.11.20 Beerdigung Hartmut Schwender

Verborgen

„Ich wünschte, ich könnte den Menschensohn“ jetzt schon schauen. Vielleicht würde sich mir dann mehr erschließen als es jetzt tut. Jetzt offenbart sich mir nur, was offensichtlich zu begreifen. Alles andere und die damit offen gebliebenen Fragen bleiben mir verschlossen.“

Du bist nicht deine Gedanken…

Entstehen zuerst Gedanken und daraus Gefühle oder werden Emotionen zu Überlegungen?

Wenn das eine das andere bedingt, wie kann es dann sein, dass ich nicht meine Gedanken bin?

 Bin ich dann auch nicht meine Gefühle?

Was oder wer bin ich dann?

Was bleibt?

Überlegungen zur Achtsamkeitstheorie

Begrenzungen

„Der Lebensentgrenzte kennt nicht mehr die Lebensendgrenze.“

aus: Brief an mein Leben von Miriam Meckel

Aktionismus

„Natürlich können sie am Gras ziehen, damit es schneller wächst. Sie können auch Ihren Kopf auf das Gras legen, während es wächst. Nichts davon wird das Wachstum des Grases beeinflussen. Aber nur bei einer der Alternativen sind Sie ausgeruht, wenn es darum geht, das Gras später zu mähen.“

aus Achtsam Morden von Karsten Dusse Kapitel 23

Freiheit

„Ein Mensch, der dauernd tut, was er will, ist nicht frei. Allein die Vorstellung dauernd etwas tun zu müssen hält gefangen. Nur ein Mensch, der einfach mal nicht tut, was er nicht will, ist frei.“

aus Achtsam Morden von Karsten Dusse Kapitel 2

Tod

„Alle halten den Tod für etwas Schlimmes. Dabei ist der Tod Ihr bester Freund. Sie können sich hundertprozentig auf ihn verlassen. Ihm ist es völlig egal, was sie im Leben erreicht haben. Und – noch viel besser: Ihm ist es vor allem egal, was sie im Leben versäumt haben. Der Tod nimmt Sie so an, wie Sie sind. Warum um alles in der Welt glauben Sie, das Leben würde das nicht tun?“

aus Achtsam Morden von Karsten Dusse Kapitel 37