Seiendes

Warum ist überhaupt Seiendes und nicht vielmehr Nichts? Worin besteht die Wirklichkeit des Wirklichen – was ist das Sein des Seienden?

aus dem Vortrag „Was ist Metaphysik?“ von Martin Heidegger

Die Komödie des Lebens

„Sind nicht alle „Werthe“ Lockmittel, mit denen sich die Komödie in die Länge zieht, aber durchaus einer Lösung nicht näher kommt?“

aus „Nietzsche für Boshafte“

Alt werden

„Ich hatte immer Angst vor dem Alt sein, da ich nicht wollte, dass ich dann vieles nicht mehr tun kann, wozu ich Lust hatte. Als ich alt wurde musste ich erkennen, dass ich die Dinge die ich nicht mehr tun konnte, gar nicht tun wollte.“

-unbekannt

Ewigkeit

Eleganz.

Anmutiger tanz.

Des Frühlings.

Der zwitschernden Vögel.

Buntes Gefieder.

Wie Ballett.

Voller Stolz.

Emporgehobene Brust.

Angeschwollen, erhaben.

Klänge, wie Musik.

Imposant. Erstaunlich.

Es ist der Lauf der Dinge.

Ein wiederkehrendes Phänomen.

Immer und immer wieder.

Der Kreislauf der Natur.

Er wiederholt sich.

Jedes Jahr von Neuem.

Die Erde. Sie dreht sich. Weiter immer weiter.

Erhobenen Hauptes wird sie uns alle überleben.

Wir, die verwundbar, verletzlich und klein.

Ein Hauch von Nichts.

Nur scheinbar Teil der Geschichte.

Uralter Erzählungen und Weisheiten.

Sie wiederholen sich.

Sie werden nur in anderen Dimensionen wieder gespiegelt.

Aber von Grund auf sind sie gleich.

Gleichheit ist Teil der Logik.

Logik ist Bestandteil der Mathematik.

Eine uralte Wissenschaft, die uns alle überdauern wird.

Nichts bleibt, wie es ist.

Alles dreht sich weiter.

Vergeht. Vergänglich. Vergangenheit.

Doch die Macht der Natur, abhängig vom Wechsel der Jahreszeiten, ist größer als alles, was uns je möglich sein wird.

Sie währt ewig.

Ein Virus geht umher

Es ist so viel Zeit vergangen.

Es hat mindestens genauso lange gebraucht mich von der Arbeit zu erholen, wie die Dauer der Arbeitszeit selbst. Bald sind es sechs Monate. Eine lange Zeit. Und doch ging es schnell vorbei. Eine prägende Zeit. Eine Zeit voller Einbußen, Rückschritten, Lernen, Aufatmen, Stillstand, Bedrängnis, Ängsten, Wut und Taubheit. Der Kopf überfüllt mit Reizen, die sortiert und verarbeitet werden müssen.

Der Neubeginn von Freundschaften und das Ende der Normalität.

Ein Virus, der um die Welt geht, wie eine neu entdeckte Star Ikone. Eine mächtige Struktur und trotzdem nicht greifbar. Der Mensch kann nur verlieren. Am Ende seines Lebens muss er loslassen, die Kontrolle abgeben, wann auch immer das sein mag.

Endlich kann der Mensch Menschsein, Pausieren. Wir sind Gefangene dieses Systems. Konsum und Kommerz als Religion der Moderne. Das Streben nach Perfektion und Vollkommenheit. Aufstreben wollen. Weiterkommen wollen. Fortschritt bewerkstelligen. Funktionieren können. Alles kommt nun zur Ruhe. Die schnelllebige Gesellschaft muss innehalten. Verweilen.

Für manche ein unausweichliches Desaster mit dem Wunsch nach Rückkehr zur Normalität. Für andere die Chance sich endlich ausklinken zu können ohne schlechten Gewissen. Der Geist wird klarer, der Verstand ungetrübt. Angespanntheit und Abgeschlagenheit lassen los. Wir tauchen ein in eine Welle des Nichtstuns, der Regungslosigkeit. Ein vorübergehender Zustand, der wohltut, wie Balsam auf der Seele.

Wie aber wird es danach sein?

Wie kann es weiter gehen?

Was nehmen wir mit als Lernerfolg?

Was lassen wir los, womit fangen wir an?

Wie kann es gut werden ohne überfordernde Hindernisse?

Und wer weiß eine Antwort?

Es wird sich zeigen.