Die Spiegel der Vergangenheit

Die ganze Zeit zu denken und zu behaupten, man bräuchte wenig, es aber in der Umsetzung nicht bewältigt bekommt, hinterlässt ein Gefühl des Versagens, der scheinbaren Schwierigkeiten, die eigentlich keine sind, weil es nur der „Minimalismus der Reichen“ ist.

Festzustellen, dass man von dem Wunschdenken der Unabhängigkeit, frei von Perfektion und Verpflichtungen, die über die Grundbedürfnisse hinaus gehen, weit entfernt ist.

Getrieben von Perfektion möchte man am liebsten schon morgen am Ziel angelangt sein, den Konsum perfekt kontrollieren zu können mit einer gewissen Leichtigkeit, Gelassenheit und entspannter Sichtweise, die Spaß an Optimierungen zulässt. Stattdessen überkommt einem die Müdigkeit des Tages, die Kraftlosigkeit der Unerreichbarkeit der Ziele.

Und man irrt wieder umher, wie ein schwarzes verlorenes Schaf ohne Hoffnung, ohne Erleichterung und Unbeschwertheit. Die Nachklänge der Vergangenheit, die man nicht vergessen und stattdessen viel zu starken Einfluss auf mein Handeln im Hier und Heute haben. Sie nehmen sich den Raum und den Platz der Gedanken, werfen mein Ich um Jahre zurück und lassen mich erneut wie ein selbst programmierter Roboter agieren.

Schwermütige Traurigkeit möchte sich weniger durch das Haben als viel mehr durch das Sein definieren dürfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.