Zu viel Zeit

Zeit.

So viel Zeit.

Freie Zeit.

Freizeit.

Leere Zeit.

Lehrzeit.

Ungefüllte Zeit.

Vollzeit.

Ungestüme Zeit.

Sturmzeit.

Ausgelassene Zeit.

Hochzeit.

Fortschreitende Zeit.

Uhrzeit.

Vorübergehende Zeit.

Ankunftszeit.

Ruhige Zeit.

Pausenzeit.

Wiederkehrende Zeit.

Intervallzeit.

Ausbleibende Zeit.

Fastenzeit.

Besinnliche Zeit.

Weihnachtszeit.

Wehmütige Zeit.

Trauerzeit.

Dimensionslose Zeit.

Raumzeit.

Ohne Zeit.

Zeitlos.

So viel Zeit.

(Un-) echte Freundschaften

Ich verstehe dich nicht.

Ich vertraue dir nicht.

Ich glaube dir nicht.

Warum so schnell und intensiv?

Warum voller Liebe und Enthusiasmus?

Warum so viel Zeit und Energie?

Und dann.

Nichts.

Nichts mehr.

Was bleibt.

Ambivalenz.

Schwarz oder weiß.

Tag oder Nacht.

Zuneigung oder Ablehnung.

Was soll das?

Nicht mein Problem.

Nicht meine Störung.

Ich würde es wollen, wenn du wollen würdest.

Aber so?

Ist FREUNDSCHAFT nur ein Wort der Illusion.

Hoffnung und Enttäuschung.

 Ambitionen und Schmerz.

Sehnsucht und Verlust.

Voranschreiten und Aufgeben.

Denn diese Freundschaft ist nicht echt.

Tagträumereien

Ich liebe dich.

Doch du weißt es nicht.

Scheinst es zu ahnen,

ein Gefühl der Skepsis will sich anbahnen.

Ein zweiter Frühling erwacht zum Tag

oder der wievielte es auch sein mag.

Ich kann nicht mehr aufhören an dich zu denken,

meine Gedanken wollen sich einfach nicht in geordnete Bahnen lenken.

Du schenkst mir Inspiration und Tagträumereien,

ist mir auch bewusst sie werden uns nicht vereinen.

Verliebt zu sein hebt mich empor,

beflügelt das Selbst und bringt neues Leben hervor.

Der Kopf voller Ideen und kreativer Pläne,

während ich die Zeit unserer Zusammenkunft ersehne.

Gefüllt mit Gesprächen der besonderen Art und Weise,

respektvoll im Umgang, Worte der Vollkommenheit gehen auf Reise.

Dringen tief in mein Innerstes vor

und öffnen den Tagträumereien des Herzes goldene Tor.

Poly

Ich habe keine Angst vor dem Alleinsein.

Viel mehr Angst vor dem Verlassen werden.

Deshalb liebe ich dich und dich.

Natürlich sollte ich mich zu allererst lieben.

Es sind viele.

Du und Du und Ich.

Zu dritt, zu viert, zu fünft.

Es sind mehrere.

Ich habe keine Angst vor dem Mehrsein.

Ein zu viel an Gefühlen beunruhigt mich nicht.

Denn Liebe ist keine Ressource, die irgendwann zur Neige geht; ein Apfel abgebissen bis ins Kerngehäuse.

Sie vermehrt sich viel mehr, potenziert sich.

Deshalb liebe ich dich und dich und mich.

Und es werden noch mehr

Denn Vielsein ist ein Gefühl von Fülle, aus dem Vollen schöpfen, Vielseitigkeit spüren, Variation erleben.

Ich kann so viel mehr lernen.

Von dir und dir und mir.

In Vielem.

Angstfalle

Angestrebter Perfektionismus löst Glücksgefühle aus.

Scheinbar.

Eine Glücksfalle?

Ein Jetztzustand.

Nicht ewig während.

Nicht immer die gleichen Parameter ausschlaggebend.

Eine Angstfalle!

Angst, vor dem was kommt.

Lässt die Gedanken aus der Gegenwart in eine ungewisse Zukunft streifen.

Angst vor eingeschränkter Freiheit, neuen, erneuten Kämpfen, ein so-nicht-leben-wollen.

So aber auch nicht.

Wie dann?

Kann nur den Seinszustand genießen und auskosten mit der Ungewissheit über morgen.

Sorgenlos trotz Ängste.

Zur Hochzeit

Liebe ist, wenn du nicht aufhören kannst zu lächeln.

Liebe ist, wenn du immer wieder von Neuem neugierig aufeinander bist.

Liebe ist, wenn die positiven Gefühle dich beflügeln und kreativ werden lassen.

Liebe ist, wenn du das Leben in verschiedenen Farbtönen wahrnehmen kannst und nicht nur die Extremen.

Liebe ist, wenn du tiefer einatmen und länger die Luft anhalten kannst.

Liebe ist, wenn du dich mit Gelassenheit und Ruhe entspannt zurücklehnen kannst.

Liebe ist, wenn du mit dem andern mitfühlst, weil du mit ihm verbunden bist.

Liebe ist, wenn du dich erst als vollständig empfindest, wenn deine Gefühle sich widerspiegeln und du dich jeden Tag aufs Neue mit dir selbst konfrontieren kannst.

Liebe bedeutet Reflexion, Respekt und Reue in gleichermaßen.

Denn sie war, ist und wird immer Bestand haben.

Der Verkäufer

Einmal kam ein Mann in ein Geschäft und verspürte ein merkwürdiges Ziehen in der unteren Bauchgegend. Zunächst ignorierte er das unangenehme Gefühl bis es sich so penetrant in den Vordergrund drängte, dass er dem gezwungenermaßen Aufmerksamkeit schenken musste. Der Mann fragte sich, ob es wohl einen Zusammenhang zwischen seinem Eintritt in den Laden und dem Bauchgefühl geben könnte. Also sah er sich die Verkaufsgegenstände in den Regalen etwas genauer an. Aber da war nichts Ungewöhnliches auszumachen. Reihen von Obst und Gemüse, Konserven, Kosmetik und kleinere Leckereien türmten sich in ordentlicher Art und Weise. Der Blick des Mannes schweifte weiter zur Kassentheke, hinter der ein Angestellter stand und Tätigkeiten verrichtete. Er bemerkte den traurigen Blick des Verkäufers. Eine verzweifelte aber unnahbare Atmosphäre ging von ihm aus. Im ruhigen und gleichmäßigen Tempo verrichtete der Ladenkassierer seine Arbeit jedoch nicht leicht, unbeschwert und freudig. DAS musste es sein. Die ausgehende Kühle der belastenden Seele mussten die Bauchbeschwerden des Kunden ausgelöst haben. Denn nicht die guten Dinge im Leben machen ein positives Erleben aus – es sind die Menschen.

Der Schatz der Natur

Wenn ich sagen müsste, was an dem heutigen Tag besonderes geschehen ist, würde ich von einer Herde Schafe berichten, die vor mir die Straße überquerte. Rechts und links jeweils ein aufgebrachter, bedrohlich wirkender Herdenhund, die Befehle vom Hirten befolgend. Der Mann mit dem Hut und dem Stock in der Hand steht in Mitten von einem Meer aus grau-weißen Wollknäulen. Sich hektisch fortbewegende Vierhufer, die vom Strom der andern mitgerissen werden. Um nicht in der Masse unter zu gehen, muss das Schaf Schritt halten können. Dicht gedrängt, den Weg vor sich nicht erkennend.

Nicht mal 30 Sekunden sind vergangen seit ich die Bremse getätigt habe, um den Tieren den Vortritt zu gewähren. Die Straße vor mir ist wieder frei, übersät mit kleineren Erdhaufen an der Stelle, wo die Herde ihren Weg nahm. Keines scheint verletzt, alle haben unversehrt ihr Ziel erreicht und grasen schon wieder entspannt auf der nächsten Wiese. Ein faszinierender Vorgang, wie aus einem fiktiven Film und doch so banal und „natürlich“. Aber gerade deshalb vielleicht so besonders, weil das Gewöhnliche, das vom Menschen unberührte in unserer Welt an Bedeutung verloren hat. Diese Tiere folgen ihrem Urinstinkt. Schafherden und Hirten hat es schon gegeben, als ich nicht mal angedacht gewesen bin. Und doch sind sie aus unserem Bewusstsein verschwunden und gerade deshalb eine Rarität zu sichten. Wertvoller als jedes Stück Gold. Der Schatz der Natur.

Wenn Liebe zur Abhängigkeit führt

Wenn Liebe uns in eine Abhängigkeit geraten lässt, bei der wir uns unvollständig fühlen, bleibt die zweite Hälfte aus und es nur noch darum geht, zu überleben, da das Atmen schwerer fällt, die Gedanken nicht fokussiert werden können und sich alles anfühlt, wie ein dich tiefer ziehender Morast oder eine glühend schmerzende Wunde, kann es dann noch Liebe sein, die für einen gut ist und lässt sich diese von der emotional gemachten Abhängigkeit unterscheiden?

Wieder Nichts

Wenn alles, woran du geglaubt hast mit einem Schlag vernichtet wird.

Was bleibt dann?

Der Boden unter deinen Füßen.

Dein festes Fundament.

Das Kartenhaus, das in sich zusammenstürzt.

Alles wankt, gibt keinen Halt mehr.

Erscheint ohne Sinn und Inhalt.

Es nimmt dir die Kraft.

Raubt dir Energie wieder aufzustehen.

Du bist wie gelähmt.

Eine Paralyse bis ins innere Mark.

Du kannst essen, du kannst schlafen, dich ausruhen aber nichts davon gewährt dir langanhaltenden Lebensmut.

Also sitzt du wieder da.

Starrst in die Leere vor dir und wartest darauf, dass dieser Zustand irgendwann ein Ende nimmt…