Auf dem Weg

Geschafft.

Vorbei.

Erledigt.

Abgehakt.

Zumindest für jetzt.

Zumindest zeitweilig.

Zumindest vorübergehend.

Zumindest für diesen Abschnitt.

Erleichterung.

Druckabfall.

Aufatmend.

Verzeihend.

Mit dem Wissen, dass es das nicht gewesen ist.

Mit dem Wissen, dass es wieder kommen wird.

Mit dem Wissen, dass es Arbeit bleiben wird.

Mit dem Wissen, dass ich mir selbst genüge bin.

Alternd.

Voranschreitend.

Bewegend.

Wachsend.

Mit dem Blick nach vorne gerichtet.

Mit dem Blick auf meine Fähigkeiten gerichtet.

Mit dem Blick auf meine Energie gerichtet.

Mit dem Blick auf meine Willenskraft gerichtet.

Es sollte so sein.

Es sollte so kommen.

Es wird wieder so sein.

Es darf wieder so kommen.

Gefühlen Raum schaffen.

Gefühlen Atem einhauchen.

Gefühlen Dasein ermöglichen.

Gefühlen Loslassen gestatten.

So lange, bis ich weiß wer ich bin.

So lange, bis ich weiß was ich will.

So lange, bis ich mit mir im Einklang bin.

So lange, bis Anstrengung Selbstverständlichkeit wird.

Auf dem Weg.

Modikonflikt

ängstliches Kind

Nicht da sein wollen.

Nicht existieren wollen.

Weil hier sein bedeutet, Verantwortung übernehmen zu müssen.

An sich arbeiten, um besser zu werden im Existieren, dass es erträglicher wird zu sein.

Wäre dieser Tag nicht schon zu Ende, wäre die die Quälerei nicht schon vorbei.

Eine Hülle, die funktioniert.

Eine funktionierende Hülle.

Die funktionieren MUSS.

fordernder Elternteil

Es wird von dir erwartet zu sein, zu geben, zu existieren.

Ob du nun willst oder nicht.

ängstliches Kind

Lieber nicht mehr sein.

Lieber nicht mehr existieren.

gesunder Erwachsener

Aber ich will leben.

Weil leben mehr bedeutet als nur zu sein, zu existieren als trostlose Hülle.

Es sollte lebenswert sein.

Das Leben.

Nach meinen Werten, meinen Ideen und Vorstellungen.

Nicht als Marionette meiner selbst, dirigiert von den Machenschaften meiner Vergangenheit.

Sie existiert nicht mehr.

Die funktionierende Hülle.

Das Sein von Gestern ist nicht mehr das von Heute.

Auch ein Warten auf Morgen bedeutet nur eine Flucht aus der Wirklichkeit.

Der Realität.

Sie ist existent.

Im Sein.

Im Hier und Jetzt.

Genau dann, wenn du sie existent werden lässt, wenn du loslässt und zulässt.

Gewollt!

Reziprozität

Nur zu geben ist genauso wenig gut, wie nur zu nehmen.

Eine Beziehung muss reziprok sein, um in gesunden Bahnen laufen zu können.

Achtsam mit sich und anderen bedeutet auch wohltuende Mäßigkeit im Miteinander.

Begegnungen im ausgewogenen Verhältnis erleben.

Ein ausbalanciertes Füreinander im Dasein zueinander.

Die Rechnung auf beiden Seiten ausgeglichen.

So kann ein Auftanken und Erleben beiderseits stattfinden.

Was wirklich zählt

Sich missbraucht fühlen.

Ausgelaugt und leer.

Nicht mehr sich selbst sein.

Nur den anderen spüren.

Die Bedürfnisse nicht artikulieren.

Nur ein „Ja und Amen“ als liebes Kind.

Das Gegenüber nicht enttäuschen wollen.

Geben bis nichts mehr bleibt.

Was war.

In mir.

Aus mir heraus.

Es interessiert keinen.

Niemand will es wirklich wissen.

Was ich brauche.

Und fühle.

Mir wünsche.

Er nimmt sich nur selbst wahr.

Nur DAS zählt!

Ist wichtig und ausschlaggebend.

DU hast dich zu fügen,

unterzuordnen.

Ergebe dich!

Erfülle die Wünsche um den Frieden willen.

Und stecke zurück.

Nimm dich zurück.

Denn du zählst heute nicht.

Auch wenn du leer wirst.

Es schon bist.

Gebe noch mehr.

Immer mehr.

Bis du es endlich geschafft hast, die Bedürfnisse der anderen zu befriedigen.

Denn nur DAS zählt!

Bis nichts mehr bleibt,

was du geben könntest.

Weil alles aufgebraucht,

alle Energie eingesetzt ist.

Du in dich zusammen fällst,

ganz klein wirst.

Dich zusammenkauerst als leblose Hülle.

Ungeachtet, missbraucht, unterlegen.

Ein niemand.

Ein nichts.

Ungeachtet vom Rest.

Bleibst du leer.

Am Boden liegen.

Fehlende Anerkennung!

Aber du MUSST aufstehen!

Neue Kraft schöpfen, für dich selbst ein guter Freund sein.

Für DICH sorgen.

DICH lieben.

DICH würdigen und anerkennen.

Nicht um zu geben, sondern um zu haben.

Nicht um zu investieren, sondern um zu sein.

Ausgefüllt in Hülle und Fülle.

Voller Energie und Kraft.

Stark und anmutig!

Die Wunden verheilt,

Verletzungen überwunden.

Aufrecht!

Erhaben!

Ein „Nein“ für die anderen.

Ein „Ja“ zu sich selbst.

Aus Liebe.

Als liebevoller Erwachsener in der Begegnung mit anderen Erwachsenen.

Auf Augenhöhe!

Respektvoll geachtet!

Was ist.

In mir.

Aus mir heraus.

Es interessiert MICH.

Was ICH brauche.

Und fühle.

MIR wünsche.

Und das ist, was wirklich zählt!!!

Selbstvertrauen

Es ist schon verrückt, was so ein wenig Selbstvertrauen ausmacht.

Eigentlich ändert es alles.

Die Einstellung zum Tag.

Den Umgang mit Gedanken.

Die Wahrnehmung von Ressourcen.

Das Beachten von Grenzen.

Das Bewusstsein über das Sein.

Das Verständnis für die Welt.

Eine bunte Mischung aus Respekt und Achtung vor sich selbst und seinen Mitmenschen.

Perfekter Stillstand

Streben nach Perfektion.

Wozu?

Weshalb immer besser, immer höher, immer weiter?

Wir haben alles, was wir brauchen und doch sehnt sich das Herz, der Geist nach Fortschritt.

Wissensgier, Erkenntniszuwachs, Verbesserungen, Änderungen.

Perspektivwechsel, Anreize, Bewegungszustand, Vorwärts gehen.

Maßlos?

Grenzenlos?

Würdelos?

Ruhelos.

Antriebslos.

Energielos.

Verlangsamte Perfektion.

Bis nichts mehr geht.

Perfekter Stillstand.

Frühjahrsputz

Alles zwitschert, altes lebt.

Zum Leben neu erweckt, der Herzschlag bebt.

Ein friedvoller Anblick der Sonnenstrahlen,

lassen sich auf ihrem Weg durch dürres Geäst bloß erahnen.

Sanftmütige Augen erblicken das Licht,

die Wärme und Helligkeit machen die Schwere zunicht‘.

Stattdessen machen sich Leichtigkeit und Glanz breit,

der Winter wird gehen, endlich ist es wieder soweit.

Auch ich möchte mich vorbereiten auf die kommende Zeit

und mache mich auf den Frühjahrsputz bereit.

Düstere Gedanken und sich im Kreis drehende Handlungen dürfen gehen.

Ich werde Abschied von ihnen nehmen und weiter nach vorne sehen.

Vergangenes ist abgeschlossen und vorbei,

sodass nun das Heute und Morgen wohlwollend gedeih‘.

Maximal reduziert

Klarheit schaffen.

Ruhe in das Chaos der Gedanken bringen.

Ordnung der Systeme.

Struktur gebende Linien.

Eindeutige Formen und sanfte Farben.

Halt gebende Muster.

Sich wiederholende Abläufe.

Routinierte Tätigkeiten.

Offene und übersichtliche Räume.

Weite Flächen.

Licht durchflutete Terrassen.

Wiederkehrende Erdtöne.

Pastellfarbene Elemente.

Einseitig beschriebene Blätter.

Auf das Wesentliche reduziert.

Maximal.

Neubeginn

In Erinnerungen schwelgen.

Vergangenes Revue passieren lassen.

Alte Gefühle wiederholt beleuchten.

Die Gedanken entrümpeln.

Einstellungen neu definieren.

In Stein gemeißelte Glaubenssätze überprüfen.

Erkenntnisse erneut bestärken.

Dankbar zurückblicken.

Voll Hoffnung nach vorne schauen.

Mit Leichtigkeit voranschreiten.

Mutig Dinge loslassen.

Einen Neuanfang wagen.

Von vorne beginnen.

Voll Vorfreude den Weg beschreiten.

Mit Neugierde abgeben.

Den Rhythmus des Universums wahrnehmen.

Das Wagnis eines Neubeginns eingehen.

Den Verlauf einer Periode bestaunen.

Sich lächelnd dem Fluss des Lebens hingeben.

Befreit, beflügelt, beseelt.

Unabhängig, frei, vereint.

Anmutig, stolz, galant.

Ungeduldig, ungestüm, atemlos.

Tanzend, singend, lachend.

Es hat längst begonnen.

Immergrün

Die anderen haben sie nicht.

Die Zeit.

Sie haben sie schon, jedoch ausgefüllt mit scheinbar wichtigen Dingen.

Kein Bewusstsein für das Hier und Jetzt.

Weil die Gegenwart schwer auszuhalten, kaum erträglich in der Konfrontation seiner selbst.

Auch ich habe so gefühlt, so gehandelt, so gelebt.

Oder besser gesagt, am Leben vorbei gedacht.

Prioritäten so gesetzt, dass eine gut programmierte Marionette ihren roboterartigen Tätigkeiten nachgehen kann ohne darüber nachdenken zu müssen, ohne anhalten zu müssen.

Denn dann könnte es schmerzhaft werden, unerträglich, unaushaltbar.

Die Vergangenheit lässt sich nicht einfach so beiseiteschieben.

Zwar verdrängen für eine gewisse Zeit, jedoch wird sie dich einholen.

Irgendwann. Irgendwie.

Dann, wenn du am wenigsten damit rechnest.

Dann, wenn du meinst einen Zugang zu dir und der Welt da draußen geschaffen zu haben.

Dann, wenn du es am wenigsten erwartest, weil doch scheinbar alles gut läuft, du dich gut fühlst.

Aber sie lässt sich nicht so leicht täuschen, auch wenn du versuchst dich von ihr abzukapseln, dich loszusagen.

Sie bleibt ein Teil von dir.

Bestimmt dein Denken, Handeln und Fühlen.

Du bist eine Marionette deiner selbst im Streit mit deinen inneren Kindern, die ihren Weg suchen, einen Platz an deiner Seite zu ergattern.

Die auf dich aufpassen wollen, sodass gemachte Erfahrungen sich nicht wiederholen müssen.

Aber genau hier liegt die Krux.

In der Angst vor der Angst lebst du in der Angst.

Ständig.

Dauernd.

Permanent.

Sie beherrscht dich, bestimmt dich, hat Einfluss auf deine Entscheidungen.

Gerade dann, wenn du denkst du bist frei, du hast es geschafft, erledigt, hinter dich gebracht.

Gerade dann kommt sie zurück.

Die Angst loszulassen.

Von alten Mustern und Gewohnheiten, die dir scheinbar Geborgenheit vermitteln, dich in Sicherheit wiegen.

Aber sie sind falsch, da die Ursache ihrer Entstehung schon mangelhaft war.

Sie erscheinen dir nur richtig, da sie schon immer da gewesen, dich all‘ die Zeit begleitet haben.

Sind dir bekannt und wohl vertraut.

Willst du jedoch wirklich frei und unabhängig sein, tust du gut daran deine Vergangenheit Teil von dir werden zu lassen, ihr zu begegnen, sie zu ergründen und dann gehen zu lassen.

Loszulassen.

Abzugeben.

Aufzuatmen.

Und dein schweres Gemüt zu einem stolzen, immergrünen Baum heranwachsen zu lassen, der seine Äste und Blätter gen Sonnenstrahlen streckt.

Um ihre Wärme und Geborgenheit in sich aufzunehmen, durch sie zu gedeihen und die neu gewonnene Kraft und Energie, an andere vom Leben gezeichnete Bäume, weiterzureichen.

Dass auch diese ihre einstige Anmut zurückgewinnen, um eins zu werden mit sich und der Welt.